Als Bildungseinrichtung ist es uns wichtig, den Kindern vielfältige Möglichkeiten zum Erforschen und Entdecken ihrer Umwelt zu bieten. Sie dürfen sich ausprobieren, Neues erproben und ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Dabei unterstützen wir die Kinder in ihrem individuellen Entwicklungsprozess und begegnen ihnen mit Vertrauen in ihre eigenen Kompetenzen.
Kinder eignen sich ihre Umwelt mit allen Sinnen an und setzen sich aktiv mit den Gegebenheiten auseinander. Diese ganzheitliche Wahrnehmung vermittelt ihnen zahlreiche Eindrücke über ihre Umwelt und über sich selbst im Zusammenhang mit ihr. So ist es beispielsweise etwas anderes, ein Moospolster zu ertasten und zu riechen, als es nur zu sehen. Greifen wird zum Begreifen, Fassen zum Erfassen.
Unser Außengelände
Kinder benötigen eine Umgebung, die ihnen selbstständiges Handeln und vielfältige Aktivitäten ermöglicht. Unser Außengelände ist abwechslungsreich und naturnah gestaltet. Neben verschiedenen Spielgeräten gehören eine große Wiese sowie ein eigenes Waldstück zum Gelände. In diesem Waldstück können die Kinder ihre motorischen Fähigkeiten erproben und erweitern. Sie lernen, sich auf natürliche Weise zu bewegen. Das Hinauf- und Hinabgehen eines steilen Hangs oder das Klettern über umgestürzte Bäume und am Boden liegende Äste stellt für sie eine besondere Herausforderung dar. Dabei werden nicht nur motorische Fähigkeiten trainiert, sondern auch das Vertrauen in die eigenen Bewegungsabläufe gestärkt und das Selbstbewusstsein gefördert.
Der Aufenthalt auf dem Außengelände regt eigenständiges Handeln, Fantasie und Kreativität an. Naturmaterialien werden zum Basteln und Spielen genutzt: Kleine Äste dienen beispielsweise zum „Kochen“, aus größeren Holzstücken entstehen Bauwerke wie ein Piratenschiff, und Eicheln werden ebenfalls zum Spielen verwendet oder in kleine Blumentöpfe gepflanzt.
Im Wald erleben die Kinder zudem die jahreszeitlichen Unterschiede der Natur und der Stille. Ein Wechselspiel von laut und leise, etwa durch das Summen der Insekten, den Gesang der Vögel oder das Rauschen der Bäume im Wind, führt dazu, dass die Kinder aufmerksam werden und zur Ruhe kommen. Erscheinungen der belebten und unbelebten Natur können in unserem Außenbereich gezielt wahrgenommen werden. Durch diese intensiven Erlebnisse kann eine besondere Verbindung zur Natur entstehen, verbunden mit einer erhöhten Achtsamkeit für die Umwelt.
Waldwochen
Diese ganzheitlichen Erfahrungen vertiefen wir in unseren regelmäßig stattfindenden Waldwochen, die einmal jährlich im Frühling durchgeführt werden. Eine Woche lang machen sich die Ü3-Kinder morgens mit wetterfester Kleidung, wasserdichtem Schuhwerk und einem mit Frühstück gepackten Rucksack auf den Weg zu verschiedenen Naturplätzen.
Mit den älteren Kindern wandern wir bis zur Rauschenberghütte, wo auch gemeinsam gefrühstückt wird. Die jüngeren Kinder frühstücken zunächst in der Kita und laufen anschließend zum Bolzplatz. Aufgrund der unterschiedlichen Altersstufen sowie der verschiedenen Fähigkeiten und der Ausdauer der Kinder werden sie in zwei Gruppen eingeteilt: Gruppe A (3–4-Jährige) und Gruppe B (5–6-Jährige).
Ausgestattet mit Lupenbechern, Ferngläsern, Eimern, Schippen und Bestimmungsbüchern erkunden die Kinder anschließend den Wald in der näheren Umgebung. Je nach Interessen der Kinder werden auch Projekte angeboten und umgesetzt, zum Beispiel das Bauen eines Tipis oder eines Waldsofas sowie das Ausgraben und Bemalen von Steinen und Fossilien.
Nach einem erlebnisreichen Vormittag kehren alle Kinder gegen Mittag gemeinsam in die Kita zurück.
Naturtage
Um die Naturerfahrungen der Kinder zu erweitern und zu vertiefen, bieten wir zusätzlich zu den Waldwochen zweimal wöchentlich einen „Naturtag“ mit Exkursionen in die nähere Umgebung an.
Jeden Montagvormittag (Eichhörnchengruppe) und jeden Donnerstagvormittag (Igelgruppe) erkunden die Ü3-Kinder gemeinsam die Natur. Regelmäßige Ziele sind unter anderem der Bolzplatz, die Pferde beim Kornhausen oder der Spielplatz im Dorf. Darüber hinaus entdecken wir immer wieder neue Orte wie kleine Flüsse, Wiesen oder Waldstücke und erkunden diese gemeinsam.
Beim Riechen, Fühlen und Hören werden alle Sinne angesprochen. Die Jahreszeiten werden intensiv erlebt, und die Kinder erschließen sich die Vielfalt ihrer Umwelt am Bach, im Feld und im Wald. Unser Konzept setzt dabei auf naturnahes Erleben beim Basteln, Werken und Experimentieren mit Naturmaterialien. Auf diese Weise werden den Kindern spielerisch naturwissenschaftliche Kenntnisse vermittelt. Zudem stärken diese gemeinsamen Aktivitäten das Gemeinschaftsgefühl und bieten vielfältige Möglichkeiten zur Kommunikation.
Umweltbildung
Im Rahmen unserer Umweltbildung beteiligen wir uns regelmäßig an der Aktion „Sauberhafte Landschaft“. Ausgestattet mit Arbeitshandschuhen, Greifzangen und Müllsäcken sammeln die Kinder gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften in einem zugeteilten Bereich herumliegenden Müll ein.
In anschließenden Gesprächen setzen wir uns gemeinsam damit auseinander, warum Müll schädlich für die Natur ist. Dabei thematisieren wir unter anderem die Verletzungsgefahr für Tiere und Menschen und erarbeiten gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zur Vermeidung und Beseitigung von Müll. Ziel ist es, die Kinder für ihre Umwelt zu sensibilisieren und ihnen einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Natur zu vermitteln.